Das Griffith Observatorium: Die Geschichte eines Wahrzeichens von L. A.

Entdecke eine der größten kulturellen Attraktionen von L.A.

Griffith Observatory | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory
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Das Griffith Observatorium ist eines der größten Kulturgüter von L. A. und bietet von seinem Standort auf dem Mount Hollywood im Griffith Park einen einzigartigen Rundumblick vom Pazifik bis nach Downtown L. A. Das Observatorium und die Ausstellungen wurden erstmals am 14. Mai 1935 für Besucher geöffnet. In den ersten fünf Tagen nach seiner Eröffnung konnte das Observatorium bereits über 13.000 Besucher begrüßen. Heute gilt das Griffith Observatorium als national führend in der Astronomie für die Öffentlichkeit und ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische geleichermaßen.

Das Gelände, die Ausstellungen und die Teleskope des Griffith Observatoriums können während der Öffnungszeiten kostenlos besichtigt werden. Das Observatorium bietet auch Sondervorstellungen, spezielle Events und öffentliche „Sternenpartys“ an. Mit dem DASH Observatory Bus kommt man an jedem Tag bequem zum Observatorium.

Portrait of Col. Griffith J.Griffith, © Griffith Observatory

Die Geschichte des Griffith Observatoriums beginnt mit Colonel Griffith J. Griffith, der im Dezember 1896 der Stadt Los Angeles 12 km² Land um das Observatorium schenkte. In seinem Testament stellte Griffith die Mittel für den Bau des Observatoriums, einer Ausstellungshalle und eines Planetariums auf dem gestifteten Land zur Verfügung. Er wollte, dass die Astronomie auch für das einfache Volk zugänglich wird.

Detail of the final rendering of Griffith Observatory, for the architecture firm of John C. Austin and Frederick Ashley | Photo © Griffith Observatory

Der Kern des Teams, das den Bau des Griffith Observatoriums plante, bestand aus den führenden Astronomen und Wissenschaftlern der damaligen Zeit. George Ellery Hale, der bereits die Errichtung der Teleskope in Yerkes, Mount Wilson, und den Palomar Observatorien überwacht hatte, zeichnete für das Gesamtdesign verantwortlich. Der Physiker Edward Kurth von der Caltech zeichnete die ersten Pläne und überwachte später den Bau des Gebäudes. Die Architekten John C. Austin und Frederick M. Ashley leiteten den Bau des neuen Observatoriums nach den endgültigen Plänen. Austin und Ashley stellten Kurth ein, um das Projekt zusammen mit Russell W. Porter, dem „Schutzheiligen“ der Amateur-Telescope-Making-Bewegung, als Berater zu überwachen.

Lower level of the Griffith Observatory | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory

2002 wurde das Observatorium für 93 Million Dollar renoviert und die Ausstellungshallen wurden erweitert. Im November 2006 war das Observatorium dann wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Gebäude im Art-Déco-Stil wurde saniert und die Kuppel des in die Jahre gekommenen Planetariums wurde erneuert. Der Keller des Gebäudes wurde ausgebaut. In dem neuen Untergeschoss befinden sich komplett neue Ausstellungen, ein Café, ein Souvenirshop und das neue Leonard Nimoy Event Horizon Theatre. Das Café „At the End of the Universe“, eine Hommage an Douglas Adams‘ Buch Das Restaurant am Ende des Universums, ist eines der vielen Cafés des Promikochs Wolfgang Puck.

Jeder große Ausstellungsbereich im Griffith Observatorium beschäftigt sich mit einem anderen Aspekt der Sternenkunde. Die Bereiche unterteilen sich in die Wilder Hall of the Eye, Ahmanson Hall of the Sky, W.M. Keck Foundation Central Rotunda, Cosmic Connection, Gunther Depths of Space, Edge of Space Mezzanine und die Exterior Exhibits.

Samuel Oschin Planetarium

Samuel Oschin Planetarium | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory
Samuel Oschin Planetarium | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory

Das Samuel Oschin Planetarium verfügt über eine Vielzahl an modernsten Technologien, mit denen Besuchern aller Altersklassen wissenschaftlich-pädagogische Vorführungen der Spitzenklasse präsentiert werden. Mit ihren 22 Metern ist die nahtlose und perforierte Aluminiumkuppel eine der größten Kuppeln eines Planetariums weltweit. Bei der Renovierung des Observatoriums wurde der alte Planetariumsprojektor der Marke Zeiss Mark IV aus dem Jahr 1964 gegen einen hochmodernen Zeiss Mark IX Universarium ausgetauscht. Die berühmt-berüchtigten Kopfstützen aus Holz im Zuschauerraum wurden durch eigens angefertigte Liegesitze ersetzt. Besucher des 300 Plätze umfassenden Planetariums können hier ein Programm erleben, das den Shows anderer Planetarien um Lichtjahre voraus ist. Schon beim Betreten durch die historischen, mit Lederornamenten verzierten Bronzetüren taucht der Besucher in eine Umgebung ein, in der der Nachthimmel täuschend echt dargestellt wird und erstklassige Erlebnisse nicht nur Ehrfurcht hervorrufen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Weitere Informationen zu Programmen, Zeiten und Eintrittspreisen gibt es unter griffithobservatory.org/psoplanet.html.

Zeiss-Teleskop

Zeiss Telescope | Photo by Griffith Observatory Astronomical Observer Anthony Cook, © Griffith Observatory

Seit der Eröffnung des Observatoriums im Jahr 1935 haben bereits Millionen von Besuchern einen Blick durch das 12-Zoll-Linsenteleskop von Zeiss geworfen, das sich in der Dachkuppel des östlichen Flügels des Gebäudes befindet. Mit dem Teleskop können die Besucher den nächtlichen Sternenhimmel bewundern, denn es ist in der Regel auf den Mond, die Planeten und die hellsten Sterne der Milchstraße gerichtet. Bis zu 600 Besucher schauen pro Nacht durch das Teleskop, das von einem der Telescope Demonstrators des Observatoriums bedient wird, der die betrachteten Himmelskörper aussucht, diese erklärt und Fragen beantwortet. Das Teleskop ist bei speziellen Ereignissen am Himmel natürlich besonders beliebt – auf der Website des Griffith Observatoriums heißt es, dass „wahrscheinlich mehr Menschen den Halley‘schen Kometen und die kürzlich zu beobachtenden hellen Kometen Hyakutake und Hale-Bopp durch dieses Teleskop gesehen haben als durch jedes andere Teleskop der Welt“.

Hall of the Eye

Hall of the Eye | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory

Im Erdgeschoss des Observatoriums befindet sich die Hall of the Eye, die die Art und die Fortschritte der menschlichen Beobachtung des Himmels und die dafür verwendeten Instrumente veranschaulicht. Eines der Highlights des Saals ist eine Teslaspule, die 1910 von Earle Ovington gebaut und ein Jahr nach seinem Tod im Jahr 1936 dem Griffith Observatorium gestiftet wurde. Die Spule wurde mithilfe von Kenneth Strickfaden repariert, der neben vielen anderen Filmen auch für die elektrischen Spezialeffekte von Frankenstein (1931) und Der Zauberer von Oz (1939) verantwortlich war.

Leonard Nimoy Event Horizon

Leonard Nimoy Event Horizon | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory

Das Leonard Nimoy Event Horizon ist ein Multimedia-Theater mit 200 Plätzen. Es bietet einen modernen Veranstaltungsort für Vorträge, Vorführungen, Filme, Schulungen für Museumsführer und eine Vielzahl anderer Aktivitäten. Außerdem ist es ein wichtiger Veranstaltungsort für die Schulprogramme der Sternwarte. Das Theater hat eine stadionartige Sitzkonfiguration, die es jedem Zuschauer ermöglicht, sich dem Moderator nahe zu fühlen.

The Big Picture

The Big Picture telescopes | Photo by Justin Donais, © Friends Of The Observatory

The Big Picture ist eines der Highlights im Ausstellungssaal Gunther Depths of Space im Untergeschoss. The Big Picture ist die größte, astronomisch korrekte Abbildung eines Ausschnitts aus dem Weltall, die jemals erschaffen wurde. Das Bild ist 46 Meter lang und 6 Meter hoch. Die detailgetreue Abbildung zeigt das Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens und umfasst fast eine Million schwach erleuchtete Galaxien, ungefähr eine halbe Million Sterne unserer eigenen Galaxie (der Milchstraße), eintausend weit entfernte Quasare, eintausend Asteroiden unseres eigenen Sonnensystems und mindestens einen Kometen. Besucher können The Big Picture aus der Nähe oder durch eines der Teleskope betrachten, die sich in 18 Metern Entfernung befinden.

Astronomers Monument

Astronomers Monument | Photo courtesy of Non Paratus, Flickr

Als Besucher muss man das Griffith Observatorium nicht betreten, um selbst zum Beobachter zu werden. Auch die Außenanlagen bieten eine Mischung aus Ausstellungsstücken und Objekten, die den Blick auf sich ziehen und die Phantasie anregen, u. a. ein Rasenmodell unseres Sonnensystems, strahlenförmige Linien, die besondere Sonnen- und Mondpositionen markieren, und eine Beobachtungsplattform auf dem Dach. Besucher des Griffith Observatoriums werden vom Astronomers Monument begrüßt, einer Skulptur aus Beton vor dem Eingang des Observatoriums, die sechs der größten Astronomen aller Zeiten ehrt: Hipparch, Kopernikus, Galileo, Kepler, Newton und Herschel.

Gottlieb Transit Corridor

Gottlieb Transit Corridor | Photo courtesy Alma Recinto, Flickr

Der Robert J. and Suzanne Gottlieb Transit Corridor ist ein monumentaler, 45 Meter langer und 3 Meter breiter, verglaster Korridor, der die Besucher in die Himmelsbahnen von Sonne, Mond und Sternen eintauchen lässt und erklärt, wie diese Bahnen mit unserer Zeit und Zeitrechnung zusammenhängen. Der Gottlieb Transit Corridor ist ein öffentlich zugängliches, präzises astronomisches Freiluftinstrument im Untergeschoss des westlichen Flügels des Observatoriums. Die Form ähnelt Instrumenten aus antiken Tempeln und mittelalterlichen Kirchen, wurde aber in ein modernes Gewand gekleidet. Wie auch die anderen öffentlich zugänglichen Beobachtungsinstrumente lässt auch der Gottlieb Transit Corridor die Besucher zu astronomischen Beobachtern werden und bringt ihnen die Bedeutung ihrer Beobachtungen näher.

Büste von James Dean

James Dean bust | Photo courtesy of Candice AKA Bessie Smith, Flickr

Das Griffith Observatorium war Schauplatz zahlreicher Fernsehserien und Filme, darunter zwei Schlüsselszenen in …denn sie wissen nicht, was sie tun (1955) mit James Dean und Natalie Wood. Eine Büste von James Dean befindet sich im westlichen Teil des Observatorium-Geländes. Außerdem war das Observatorium auch Kulisse für die Filme La La Land (2016),  Terminator (1984), Rocketeer (1991), Larry Flynt – Die nackte Wahrheit (1996) und Transformers (2007).